Sprachwissenschaftliche Forschung

Die Erlanger romanistische Sprachwissenschaft hat unter Heinrich Kuen, Arnulf Stefenelli, Peter Blumenthal und Jürgen Lang Schwerpunkte in der Dialektologie, der historischen Lexikologie und Syntax sowie der Kreolistik entwickelt und in verschiedenen Projekten, zuletzt zum kapverdischen Kreol, mit internationalen Kooperationspartnern bearbeitet. Von 2009  bis 2012 war Andreas Dufter  in Erlangen tätig. Andreas Dufters (jetzt München) Forschungsschwerpunkte sind die historische Phonologie und Syntax des Französischen und Spanischen; seine synchronischen grammatik­theoretischen Interessengebiete sind die Syntax, Semantik und Pragmatik von Fokus sowie die Beschreibung und Modellierung sprachlicher Variation.

Andreas Blum, der den vakanten Lehrstuhl von 2012 bis 2013 vertrat, hat seinen Schwerpunkt im Altspanischen sowie vor allem in der Synchronisation von Nicht-Standardvarietäten im Film.

Die aktuelle Sprachwissenschaft in Lehre und Forschung wird in Erlangen durch Ludwig Fesenmeier (Professur für Romanistik, insbesondere Sprachwissenschaft, seit 2010) und Silke Jansen (Lehrstuhl für Romanistik, insbesondere Sprachwissenschaft, seit 2013) vertreten.

Die Forschungsschwerpunkte Ludwig Fesenmeiers liegen in den Bereichen der Lexikologie und Semantik des Französischen und Italienischen (insb. semantische Relationen, Kollokationsforschung), des syntaktischen Wandels im Italienischen seit der Frühen Neuzeit sowie der historischen Text- und Varietätenlinguistik.

Silke Jansen hat ihren Fokus in der Forschung auf Sprachkontaktphänomen, der Onomastik, lexikologischen und semantischen Relationen sowie auf der französischen und spanischen Kreolistik. Zu letzterem Forschungsbereich leitet sie das DFG-Projekt Hispania Submersa, welches sich der frühen Kolonialgeschichte der hispanophonen Karibik widmet (Projektteilnehmer: Alla Klimenkova, Hanna Lene Geiger und Jessica Barzen).

Die Schwerpunkte der aktuellen Mitarbeiter des Instituts sind wie folgt verteilt:

Jessica Barzen arbeitet im Rahmen von Hispania Submersa an der Dokumentation des französisch-basierten Samaná-Kreols. Ebenfalls zu einer Kreolsprache (Palenquero) forscht aktuell Miguel Gutiérrez Maté, der sich zuvor mit historischer Syntax des peninsularen Spanischen beschäftigt hat. Sonja Higuera del Moral untersucht hispanophone Migrantengruppen in Franken (Nürnberg) und Ruth Hoffmann Delokutivität und Sprechaktmetonymie.

Corina Petersilka legt ihren Forschungsschwerpunkt auf das Französische des 18. Jahrhunderts, vor allem außerhalb Frankreichs, Roger Schöntag befasst sich aktuell mit einer sprachtheoretischen Diskussion im Italien der Frühen Neuzeit und Stephanie Massicot mit französischen Texten von sogenannten peu-lettrés bzw. semicolti des 19. Jahrhunderts aus textlinguistisch-pragmatischer Perspektive. Laura Kersten beschäftigt sich mit der Syntax in den Istorie fiorentine von Macchiavelli.