Prof. Dr. Silke Jansen

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Werner-von-Siemens-Str. 61, D-91052 Erlangen
Raum: 02.10
E-Mail: silke.jansen@fau.de

› Sprechstunde

Prüfungsberechtigung

BA, MA, Staatsexamen in französischer und spanischer Sprachwissenschaft

 


Studium der Romanistik (Französisch, Spanisch) und Allgemeinen Sprachwissenschaft an den Universitäten Münster und Rennes (Frankreich).
Promotion 2004 in Münster.
Forschungs- und Arbeitsaufenthalte in Mexiko, Spanien und der Dominikanischen Republik.
2005 Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Romanische Sprachwissenschaft an der Universität Erlangen.
2005-2009 Hochschuldozentin für Didaktik der Romanischen Sprachen, Literaturen und Kulturen an der TU Dresden.
2009-2013 Juniorprofessorin an der JGU Mainz.
Seit April 2013 Professorin für Romanische Sprachwissenschaft an der FAU Erlangen.

  • Sprache und Sprachkontakte in der kolonialen Karibik
  • Mehrsprachigkeit und Sprachvariation in Migrationskontexten
  • Sprachideologien

  • Kartographie und Untersuchung der aufkommenden mündlichen und metasprachlichen Äußerungen der karibischen Kreolsprachen vom 17. bis zum 19. Jahrhundert


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Project leader:
    Term: 1. März 2026 - 28. Februar 2029
    Acronym: CREOLES
    Funding source: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), andere Förderorganisation

    DasProjekt zielt darauf ab, die historische Entwicklung der französischbasierten Kreolsprachenin der Karibik zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert nachzuvollziehen, indem essich auf ein Korpus historischer Texte sowie einen innovativen Ansatz derDigital Humanities stützt. Es analysiert gleichzeitig Diskurse auf und Diskurseüber Kreol, und integriert eine kritische Reflexion über die Sprachideologien,die deren Wahrnehmung und Dokumentation beeinflusst haben. Ziel des Projektsist es, eine kritische Perspektive auf die Hypothese von Hazaël-Massieux (2008)zu entwickeln, die bestätigt, verworfen oder nuanciert werden soll. DieseHypothese postuliert, dass die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts den Übergangvon einem einzigen, hochvariablen Antillen-Kreol zu einer Reihe stabilisierterVarianten innerhalb der Karibik markiert hat. Um diese Hypothese zu testen,verfolgt CREOLES einen interdisziplinären Ansatz, der historische Linguistik,Kreolistik und Digital Humanities kombiniert. Die Hauptziele des Projekts sind:1. Die kartographische Erfassung der Merkmale französischbasierterKreolsprachen in der Karibik über Zeit und Raum hinweg auf einer interaktivendigitalen Karte, die eine wesentliche Ressource zur Visualisierung derräumlichen und zeitlichen Entwicklung ihrer sprachlichen Merkmale darstellenwird. 2. Die Analyse der metalinguistischen Diskurse, um zu verstehen, wie dieKreolsprachen in kolonialen und postkolonialen Texten wahrgenommen, benannt unddefiniert wurden. 3. Die Entwicklung einer innovativen Methodologie, die einenquantitativen und qualitativen Ansatz für historische Variationslinguistikkombiniert. Der quantitative Ansatz wird statistische Instrumente nutzen, umlinguistische Variationen über ein breites Korpus von Texten zu messen, währendder qualitative Ansatz sich der Interpretation der diskursiven undideologischen Dynamiken widmen wird, die die Evolution der Kreolsprachenbeeinflussen. 4. Die Erstellung eines erweiterten Korpus, das wenig genutzteQuellen (Texte aus der karibischen Diaspora und unbekannte Archive) umfasst.

  • Philanthropism and ecotourism in the Global South


    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Gesamtprojekt)
    Project leader:
    Term: 1. Juli 2025 - 30. Juni 2029
    Funding source: Volkswagen Stiftung

    Wealth bysuper-rich philanthropists, flowing through international conservation NGOs,and generated by the luxury nature tourism industry, has become a significantdriver of change in and around conservation areas in the Global South.  While many of these areas are rich inbiodiversity, the decision-makers and funding for conservation effortstypically come from the Global North. This has led to a situation where a smallnumber of wealthy individuals from North America and Europe exert considerableinfluence over decisions that impact vast regions of the planet. Thisconcentration of power at times raises doubts and causes concern, butstakeholders also argue that without private wealth, it will be impossible toprotect biodiversity in the long term.

    Based on media research and field work inChile, Tanzania and Ecuador, the aim of our project is to unravel the transformative effects of wealthutilized for biodiversity conservation on a local, regional and global scale, focusingon billionaire philanthropists, international conservation NGOs, and the luxurynature tourism industry. We examine actors and distributional effects, and analyze the materialrealities, practices, and discursive framings. We hope to generate new insights that have thepotential to inform policies addressing the urgent issues of biodiversityconservation and social justice. 

  • VIOMIG: Verbale Gewalt und Stress im Migrationskontext: Eine integrative Modellierung aus linguistischer und psychobiologischer Perspektive


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Project leader: ,
    Term: 15. Oktober 2023 - 14. Oktober 2026
    Funding source: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
  • GRK 2839: Die Konstruktionsgrammatische Galaxis


    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Gesamtprojekt)
    Project leader:
    Term: 1. Oktober 2022 - 30. September 2027
    Acronym: GRK 2839
    Funding source: DFG / Graduiertenkolleg (GRK)
    URL: https://www.linguistics.phil.fau.eu/fau-linguistics/research-training-group-dimensions-of-constructional-space/

    Gegenstand des beantragten Graduiertenkollegs ist ein relativ neues Paradigma der Linguistik, nämlich die Konstruktionsgrammatik (CxG). Grundlegende Prämisse ist dabei, dass das gesamte sprachliche Wissen einer Person in einem Netzwerk von Form-Bedeutungs-Paaren, sog. Konstruktionen, repräsentiert ist. Konstruktionen unterscheiden sich hinsichtlich Größe (von Morphemen über Argumentstruktur bis hin zu Diskurskonventionen), Abstraktionsgrad (vollständig konkret/elaboriert, teilweise schematisch, vollständig schematisch), Verankerung im mentalen Konstruktikon sowie Art ihrer Verbindung zu anderen Konstruktionen im Netzwerk. Diese Eigenschaften bilden einen mehrdimensionalen Raum, den wir als „constructional space“ bezeichnen. Das GRK befasst sich mit Kernfragen der CxG (z.B. Erkennung von Konstruktionen, konstruktionelle Vernetzung) sowie mit ihrer Anwendung auf verschiedene Sprachen (u.a. Arabisch und Haitianisches Kreol), Sprachstufen und Sprachkontaktsituationen. Ferner sollen zentrale CxG-Hypothesen mit verschiedensten Methoden überprüft werden (u.a. traditionelle Analysen, „Big Data“-Korpusmethoden, Verhaltensexperimente und Neuroimaging). Ein zentrales Ziel ist die Erstellung eines Forschungskonstruktikons (FK), das Beschreibungen der untersuchten Konstruktionen in einer Datenbank zusammenfasst und mit allen zugehörigen Forschungsergebnissen der Teilprojekte verknüpft. Insofern bildet das frei zugängliche FK eine ideale Basis und ein Modell für weitere interdisziplinäre Forschung weltweit. Das GRK ist hochgradig interdisziplinär angelegt und kombiniert Erkenntnisse aus der theoretischen Linguistik, der Computerlinguistik, den Neurowissenschaften und der Psycholinguistik. Verbindende Element sind der gemeinsame theoretische Rahmen der CxG, die allerdings durchaus kritisch hinterfragt werden soll, gemeinsame Forschungsfragen und eine konsequente Ausrichtung auf empirische Forschung. Zentraler Bestandteil des GRK ist ein strukturiertes Ausbildungsprogramm für die Promovierenden, das neben einer Winterschule, drei Bootcamps und regelmäßigen Seminaren und Forschungsgruppentreffen auch zahlreiche Wahlveranstaltungen, optionale Auslandsaufenthalte und individuelles Coaching umfasst. Das GRK wirbt hochqualifizierte Promovierende an und vermittelt fundierte Grundlagen in linguistischer Theoriebildung und empirischen Forschungsmethoden. Alle Promovierenden haben jeweils zwei Betreuungspersonen, die unterschiedliche Disziplinen oder methodische Ansätze vertreten, und werden von weiteren Personen beraten (u.a. internationalen advisors). Sie sammeln so Erfahrungen im Bereich interdisziplinärer Kooperationen, bauen ein Netzwerk internationaler Kontakte auf und erwerben umfangreiche transfer skills. Insgesamt erwerben die Promovierenden im GRK eine Vielzahl fachlicher und allgemeiner Kompetenzen, die essentielle Qualifikationen für eine weitere Karriere in der Wissenschaft oder anderen Bereichen der Gesellschaft darstellen.

  • Multifunctionality in Haitian Creole: New insights from a Construction Grammar perspective


    (Drittmittelfinanzierte Gruppenförderung – Teilprojekt)
    Overall project: GRK 2839: Die Konstruktionsgrammatische Galaxis
    Project leader: ,
    Term: 1. Oktober 2022 - 30. September 2027
    Acronym: GRK 2839 Project 13
    Funding source: DFG / Graduiertenkolleg (GRK)

    Basic typological features of Creole languages include the so-called “multifunctionality” of linguistic items (Lefebvre/Lorange 2015:359). Multifunctionality is generally understood as "the capacity of a linugistic unit to fall within more than one linguistioc class or category" (Véronique 2020:197–198, our translation). For example, Haitian Creole words such as manje or malad are invariable and can be used as predicates in li manje ‘(s)he has eaten’ or mwen malad ‘I’m sore’, but also as subjects or objects in li achete manje li ‘(s)he bought his/her food’, or malad mwen an geri ‘my sore has healed’. Likewise, personal deictic expressions such as mwen ‘1st sg’ or li ‘3rd sg’ can function as a subject, an object, or a possessive marker, and in the case of yo ‘3rd pl’ as a plural marker. These different uses can clearly be distinguished by distributional criteria, but are in each case related to the same semantic core, i.e. eating and soreness (manje, malad), grammatical person and number (mwen, li, yo etc.). In previous research, Haitian Creole word forms that can occur in different syntactic slots have generally been analysed in terms of homonymy. For example, Valdman’s (2007) reference dictionary lists different numbered senses for each of the functions mentioned above, which are assigned to parts of speech such as verbs, nouns, adjectives, and prepositions. However, this treatment of multifunctional items may not only obscure an adequate description of Haitian Creole grammar, but also be an artefact of well-entrenched European grammaticographic traditions, which are not necessarily appropriate for describing languages with other typological features (Broschart 1997:124). Similar observations have been made for English concerning words such as since, before etc. (which are often assigned to the word classes of adverb, conjunction and preposition in dictionaries) or both, this etc. (classified as determiners, pronouns and adverbs) (see e.g. Huddleston & Pullum 2002, Herbst & Schüller 2008). It would thus seem appropriate to develop a model for the word classes in Haitian Creole along the lines of Croft’s (2001) Radical Construction Grammar, in which word class categories are defined on the basis of their occurrence in constructional slots characterized by semantic roles and are seen as construction- and thus language-specific (Croft 2001:106; 2016:383). Word classes can then be regarded as generalizations over usage experiences (Vartiainen 2021:231). Previous studies on English adjectives (Croft 2016, Vartiainen 2021) have shown that the Construction Grammar approach complies only partially with the canonical understanding of parts of speech. What appears to be one word category can often be described as a cluster of constructions that show different frequencies and in which particular items participate to different degrees, so that membership seems to be a matter of degree rather than a categorical property. In addition, the number of word classes to be distinguished varies according to the level of abstraction chosen for the description. Thus, the concept of “word class”, from which “multifunctionality” is implicitly derived, raises a number of questions that are directly relevant to the organization of the constructicon (see also the discussion in Croft 2001:107ff). This makes Haitian Creole a particularly promising candidate to explore the nature of constructions and constructional networks. Against this backdrop, the aim of this project is to identify, systematise and analyse families of constructions in which a selection of Haitian Creole items can occur, and in which they cannot. In order to do this, we rely on a corpus-based approach (cf. also Fitzgerald 2020), using the Corpus of Northern Haitian Creole (Indiana University, Bloomington, ca. 200,000 tokens). A list of “multifunctional” items will be extracted from Valdman’s (2007) dictionary (i.e. items with senses assigned to different word classes). These items will be searched in the corpus based on their surface form (to ensure high recall) and those with at least 50 occurrences will be retained for further analysis. Adressing the GRQs CON1 and CON2, the examples will be analysed and divided into categories, based on common distributional and semantic properties. Items that can be used in similar sets of constructions will be grouped together. On this basis, the following issues relevant to NET2 will be discussed: What are the candidates for constructions that define word classes in Haitian Creole? At which level of abstraction can they be described? How do they relate to each other in terms of polysemy, subpart, metaphorical extension or instance? Can membership be determined in absolute or gradual terms? With how many word-class defining constructions do so-called multifunctional items occur, so that they should be called multifunctional? If this is the case: Can these word class-defining constructions be brought together at a higher level of abstraction? Is the concept of multifunctionality as applied to Haitian and other Creole languages empirically justified under a Construction Grammar framework?

  • Sprachliche Praktiken der Raumkonstruktion in einem transnationalen Kontext: Soziale Differenzierung und Agency in den "bateyes" der Dominikanischen Republik.


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Project leader: ,
    Term: 1. Februar 2022 - 30. September 2025
    Acronym: BATEYES
    Funding source: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)
  • "Auswirkungen des marktbasierten Naturschutzes auf das kulturelle Kapital der indigenen Völker Amazoniens"


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Project leader:
    Term: 1. November 2020 - 30. Juni 2024
    Acronym: ZAPARA
    Funding source: DFG-Einzelförderung / Sachbeihilfe (EIN-SBH)

    Tropische Wälder weisen eine einzigartige biologischeVielfalt auf und bilden die Lebensgrundlage für 1,6 Milliarden Menschen. DieseHotspots der Biodiversität sind zudem Gebiete mit einer hohen Sprachendichte.Dennoch sind sie durch die Ausbeutung natürlicher Ressourcen gefährdet. Um dementgegenzuwirken, werden Payments for Ecosystem Services (PES) weltweiteingesetzt. Solche marktbasierten Instrumente bieten Anreize für die lokaleBevölkerung, die Biodiversität zu erhalten.

    PES-Forschung hat sich bisher auf die Analyse dersoziopolitischen Konsequenzen oder der finanziellen und ökologischenWirksamkeit konzentriert. Die Auswirkungen auf die lokale Kultur haben kaumAufmerksamkeit erhalten, obwohl dieser Aspekt essenziell ist, umNaturschutzinstrumente ohne negative Folgen zu gestalten. Wir argumentieren,dass die Abholzung durch PES zwar potenziell auf kostengünstige und faire Weiseumgekehrt werden kann, dabei aber auch kulturelle Praktiken und dieFunktionalität der teilnehmenden Gemeinschaften in Mitleidenschaft gezogenwerden könnten.

    Ziel des Projekts ist es, die Auswirkungen vonmarktbasiertem Naturschutz auf das kulturelle Kapital der indigenen Völkerbesser zu verstehen. Die Hypothese lautet, dass marktbasierter Naturschutz daskulturelle Kapital der indigenen Bevölkerung verändert. Die Auswirkungen vonmarktbasiertem Naturschutz sollen in Bezug auf zwei ineinandergreifende Aspektedes kulturellen Kapitals von Völkern Amazoniens analysiert werden:traditionelles Wissen über die Nutzung des Waldes und mehrsprachigeRepertoires. Die Studie soll bei den Zápara durchgeführt werden, ein fast isoliertesindigenes Volk aus dem ecuadorianischen Amazonas, das an einem PES-Programmteilnimmt und neben Kichwa auch Relikte ihrer traditionellen Sprache sowie zunehmendauch das Spanische spricht. Dieses Vorhaben ist innovativ, da es anstrebt,diese Forschungslücke durch die Kombination geographischer und linguistischerForschungsansätze zu schließen.

    Im Fokus des Projektes stehen Änderungen in derLebensgrundlage der Zápara, insbesondere in den für ihre Kultur zentralenBereichen Landwirtschaft und Waldnutzung. Dabei geht es vor allem um dieEthnobotanik und das multilinguale Repertoire in Bezug auf die natürlicheUmwelt und Existenzmöglichkeiten, mit einem Schwerpunkt auf den wenigen nochlebenden Sprechern des Zápara. Es sollen Daten zu PES-Investitionen sowievergangenen und aktuellen Praktiken der Landnutzung gewonnen werden, ebenso wiezu den damit zusammenhängenden räumlichen und sprachlichen Änderungen.Ausgehend von Methoden zur Analyse der Integration der indigenen Bevölkerung indie Marktwirtschaft soll die Verflechtung mit der Außenwelt und ihresprachlichen Auswirkungen seit der Einführung von PES untersucht werden. DurchSelbsteinschätzungen sollen auch Daten zu sprachlichen Kompetenzen undSprachwahl in verschiedenen kommunikativen Kontexten, die sich direkt oderindirekt von der Anwendung von PES ableiten, gesammelt werden.

  • VIOLIN: Verbale Gewalt gegen Flüchtlinge und Migrant*innen in Institutionen


    (FAU Funds)
    Project leader: , ,
    Term: 1. April 2019 - 31. März 2021


    In diesem Projekt liegt der Schwerpunkt auf verborgene Formen von Ausgrenzung und symbolischer Gewalt im institutionellen Umfeld gegenüber Migrantinnen und Migranten. Ziel des Projekts ist, diese Form der Gewalt sichtbar zu machen und aus den gewonnenen Erkenntnissen ein umfassendes Modell zur Integration von Migranten in neuen soziokulturellen Umgebungen zu entwickeln.

  • Soziale Dynamik und sprachliche Variation in Kuba: Design, Erstellung und Untersuchung eines Sprachkorpus CORESPUC (Corpus des espanol publico en Cuba)


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Project leader:
    Term: 6. März 2018 - 31. Dezember 2018
    Funding source: Bayerische Forschungsallianz (BayFOR)
  • Demystifying multilingualism


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Project leader:
    Term: 21. September 2017 - 20. September 2018
    Funding source: Volkswagen Stiftung

    Within the last hundred years, cognitive psychologists’views on bilingualism have changed diametrically. In the first half of the 20thcentury, there was a general agreement that growing up with two languages leadsto mental confusion and retardation. Researchers from the late 20th and early21st century, however, have claimed that bilingualism provides the brain withextra training, which enhances cognitive performance and health. This reversalwas paralleled by a general ideological shift in Western societies, from themonolingual nation-state model to the celebration of bilingualism undermulticultural and neoliberal ideologies. In fact, the very countries thatdeveloped into strongholds of research into bilingualism and cognition atdifferent moments in time were precisely those where bilingualism has been apolitically contested issue. Analyzing scientific publications as pieces ofmetalinguistic discourse, we argue that the way how psychologists haveinterpreted their data and construed explanatory models is tacitly based oncommonly held beliefs on language and its role in society, and closelyentangled with different actors’ interests. Scientific practice does not existin a vacuum but emerges from social and cultural experience in tune with thezeitgeist and overarching political atmosphere.

  • Histoire naturelle des Indes


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Project leader:
    Term: since 1. September 2017
    Funding source: Stiftungen

    Die Histoire naturelle des Indes (Drake-Manuskript)– ein bisher ungehobener Schatz der Sprachgeschichte der Karibik 


    Im Jahre 1983 vermachte die Buchsammlerin Clara S. Peck derNew Yorker Morgan Library ein außergewöhnliches Werk: Eine reich bebilderte Handschriftin französischer Sprache, die auf 125 Tafeln ein Porträt der Flora, Fauna undindigenen Kulturen Amerikas um 1600 liefert. Das Dokument kann alsFaksimile-Ausgabe auf der Website der Bibliothek konsultiert werden (vgl. http://www.themorgan.org/collection/Histoire-Naturelle-des-Indes).

    Über den Autor (oder möglicherweise die Autoren) desDokuments ist nichts bekannt, ebensowenig wie über die Umstände seinerEntstehung. Die zweimalige Erwähnung des englischen Korsaren Francis Drake, dieTatsache, dass praktisch alle im Text erwähnten Ortsnamen entweder auf derRoute von Drake’s Weltumsegelung (1577-1580) oder seiner zweiten Kaperfahrt indie Karibik (1585/86) liegen, sowie eine Passage, in der der Verfasser sich zuder Überlegenheit des Christengottes gegenüber den indigenen Dämonen äußertlegen nahe, dass die Handschrift von einem oder mehreren französischenHugenotten stammt, die Drake auf seinen Fahrten begleiteten und/oder in engemKontakt zu Drakes Weggefährten standen. Einige Formulierungen im Text weisendarauf hin, dass dieser zumindest teilweise in Frankreich entstanden ist. Dader Autor jedoch tiefgreifende Kenntnisse der indigenen Kulturen insbesondereim Karibischen Raum besaß und auch mit den Institutionen, der Ökonomie undLebensweise der spanischen Kolonialgesellschaft vertraut war, ist anzunehmen,dass er zumindest eine Zeitlang im hispanoamerikanischen Raum gelebt hat.

    Das Dokument kann daher in mehrfacher Hinsicht alsemblematisch für die Geschichte der Sprach- und Kulturkontakte in der Karibikgelten: Es illustriert am Beispiel einer individuellen Sprachbiographie dieRolle der spanischen Sprache und Kultur für die Akkulturationsprozesse in derkolonialen Karibik, spiegelt gleichzeitig aber auch die Interaktion zwischenverschiedenen europäischen und indigenen Sprachen bei der Herausbildung desKolonialfranzösischen wider. Darüber hinaus enthält es sogar wichtigeInformationen über die Entwicklung des Spanischen in Amerika, insbesondere denErwerb der spanischen Sprache unter Indigenen.

    Die Histoire naturelledes Indes hat noch längst nicht alle ihre Geheimnisse preisgegeben. ImRahmen unseres Projektes entsteht eine buchstabengetreue Transkription der Handschrift,die für eine weitere sprachwissenschaftliche, aber auch historische,ethnobotanische oder anthropologische Erforschung des Textes unerlässlichist.  Durch die Untersuchung dialektalerund soziolektaler Besonderheiten und möglicher Einflüsse aus andereneuropäischen sowie indigenen Sprachen sollen neue Erkenntnisse über diesprachliche Entwicklung des karibischen Raums und Hypothesen zu denEntstehungsbedingungen (insbesondere Ort und Verfasser) des Manuskriptsgewonnen werden.

  • Mehrsprachigkeit und Migration


    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Project leader: , , , , , , ,
    Term: since 1. Januar 2016
  • DAAD P.R.I.M.E. (Postdoctoral Researchers International Mobility Experience): The history of languages in constant interaction: the case of the long‐time bilingualism between Romance vernaculars and Romance‐based creoles


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Project leader:
    Term: 1. Oktober 2014 - 31. März 2016
    Funding source: Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)
  • Lateinamerika als Übersetzungsraum


    (Projekt aus Eigenmitteln)
    Project leader:
    Term: since 1. Februar 2011

    Die koloniale Situation hat den Umgang Lateinamerikas mit den europäischen Kulturen entscheidend geprägt; sie hat ein kulturelles Gefälle entstehen lassen zwischen zentraler Ausgangskultur, wo die Originale produziert werden, und peripherer Zielkultur, wo sie rezipiert und nachgeahmt, in die sie übersetzt werden. Weil aber der gesamte Kontext der Zielkultur gleichsam als Translationsmedium fungiert, werden diese Modelle im Translationsprozess verändert. Übersetzen war seit der Kolonialzeit eine identitätsstiftende Praxis. Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage nach den unterschiedlichen Verfahren, mit denen ein peripherer Kulturraum sich Kulturgüter des Zentrums aneignet und sie verändert.

    Ohne diese Art der Kulturübersetzung ist Lateinamerika schlicht nicht vorstellbar. Dabei handelt es sich nicht um einen einseitigen Übertragungsprozess von der zentralen Ausgangskultur hin zur peripheren Zielkultur, sondern um einen Kulturtransfer in beiden Richtungen, für den der kubanische Anthropologe Fernando Ortiz 1940 den Begriff transculturación prägte.

    Das Ver­hältnis von originalem Ausgangstext und über­setztem Zieltext kann durchaus mit dem kolonialen Gefälle von zentraler Ausgangskultur und peripherer Ziel­kultur verglichen werden. Im Fall La­teinamerikas als Übersetzungsraum ist die Asymmetrie und die Un­gleich­heit im Rahmen von Macht­verhältnissen zwischen Kolonialmacht und Kolonien ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Fragen der kulturellen Au­torität der jeweiligen Sprachen, der un­gleichen Chancen im Zugang zum literari­schen Übersetzungsmarkt, zum Status von Überset­zern und Übersetzungen gewinnen an Relevanz, sobald die Über­set­zung in einer ko­lonialen oder postkolonialen Situation stattfindet. Im so verstandenen Übersetzungsprozess entstehen neue kulturelle Paradigmen; der übersetzte Text kann als ein ‚Kontakttext‘ gelesen werden, als Text-Raum einer Ko­präsenz von Sprachen, in dem ein höchster Grad an interner Dia­lo­gi­zi­tät erreicht wird. Die im Rahmen des postcolonial turn erarbeiteten Theoriemodelle von Zwischenräumen oder in-between-spaces, von hybriden Kul­turen, von travelling theories erlauben eine Neubetrachtung von Übersetzungsverhältnissen zwischen Kulturen, die in kolonialen Räumen miteinander in Verbindung standen.

  • Aufdeckung der verschütteten Hispanität (Hispania submersa) aus der Zeit der Entdeckung, Eroberung und Kolonisierung in der frankophonen Karibik


    (Drittmittelfinanzierte Einzelförderung)
    Project leader:
    Term: 1. August 2009 - 31. Dezember 2017
    Acronym: Hispania submersa
    Funding source: DFG-Einzelförderung / Emmy-Noether-Programm (EIN-ENP)

    Die außerordentliche sprachliche und kulturelle Vielfalt der karibischen Inseln bietet optimale Voraussetzungen, um an ihrem Beispiel exemplarisch Fragen des Sprach- und Kulturkontaktes zu untersuchen. Im Unterschied zum sprachlichen und kulturellen Erbe der indianischen Ureinwohner und der afrikanischen Sklaven, das – trotz zahlreicher ungelöster Fragen – verhältnismäßig intensiv erforscht wurde, ist bisher nur wenig über die frühen europäischen, insbesondere die spanischen Einflüsse bekannt. Angesichts der Pionierrolle Spaniens bei der Entdeckung und Eroberung Amerikas sowie der kontinuierlichen spanischen Präsenz im Antillenraum ist jedoch anzunehmen, dass sich in den Sprachen der heute nicht (mehr) hispanophonen Gebiete der Karibik Spuren der spanischen Eroberung sowie jüngerer Kontaktsituationen erhalten haben, die die ereignisreiche Geschichte der Region widerspiegeln. Ziel des Projektes ist, diese verschüttete, aber keineswegs untergegangene Hispanität in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen offenzulegen. Dazu sollen die bisher kaum beachteten spanischen Einflüsse im Wortschatz des Antillenfranzösischen und der karibischen Frankokreolsprachen aufgedeckt und ihr Beitrag zur Entstehung dieser Varietäten untersucht werden. Das Projekt orientiert sich dabei an den klassischen Verfahren der Etymologie und Wortgeschichte, deren Methoden jedoch im Hinblick auf die komplexe Sprachkontaktkonstellation in der Karibik sowie die spezielle Situation der Kreolisierung hinterfragt und weiterentwickelt werden müssen.

Bücher

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Herausgegebene Bände

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Sonstige

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2011

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2008

2005

Seit 2023
  • Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Romanistik
Seit 2016
  • Koordinatorin des Forschungsschwerpunktes Lateinamerika – Diversität und Transformation an der Philosophischen Fakultät und Fachbereich Theologie der FAU
Seit 2015
  • Sprecherin der Sektion Iberoamerika am Zentralinstitut für Regionenforschung der FAU Vorstandsvorsitzende des Zentralinstituts für Regionenforschung
  • Mentorin im ARIADNE-Programm der FAU (Mentoring-Programm für Nachwuchswissenschaftlerinnen)
Seit 2014
  • Mitglied im Vorstand des Instituts für Auslandskunde (IFA, Erlangen)
  • Mitglied im Vorstand der Kommission für Internationalisierung der Fakultät (Ersatzvertreterin)
Seit 2013
  • Mitglied des Interdisziplinären Zentrums für Dialekte und Sprachvariation
2013-2015
  • Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Romanistik